Project Description

Lichtdesign der Krypta in der St.Clemens Basilika
Fotoaufnahmen für das Studio DL – Creative Lighting Design

Krypta der Basilika St. Clemens Hannover – Ein Kellergewölbe wird zum Lichtgewölbe

Auftraggeber der Fotos: Studio DL – Creative Lighting Design
Projekt des Auftraggebers: Krypta der St- Clemens Basilika, Hannover
Grund der Aufnahmen: Marketing und Werbung
Anforderung: Die Lichtinstallation der Krypta „Augerealistisch“ dokumentieren
Medien, in denen die Bilder eingesetzt wurden: Website, Broschüre, Publikationen
Datum der Aufnahmen: Oktober 2018
Website des Auftraggebers: www.studiodl.com

Anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Basilika St. Clemens in Hannover, wurde die Neugestaltung des Kellergewölbes, der sog. Krypta, beschlossen. 

Durch die unzureichende Beleuchtung des Gewölbes sowie die zusätzlichen Leuchten in Form von Anbau- oder Stehleuchten entstand ein unaufgeräumter, drückender Kellerraum mit sehr wenig Aufenthaltsqualität. 

Um die Assoziierung mit einem dunklen Kellergewölbe entgegenzuwirken, wurden verschiedene Stilmittel eingesetzt: durch eine generelle Erhöhung von Beleuchtungsstärke und Homogenität des Lichtes wird das Raumempfinden in der Krypta positiv beeinflusst. Das Gewölbe wird zu einem hellen und freundlichen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität. Erhöht wird dieser Effekt noch durch die Hinterleuchtung der Buntgläser in den Querschiffen und am Eingang. Das Einfallen des Sonnenlichtes wird imitiert und somit entsteht der Eindruck eines nach Außen hin geöffneten Raumes. 

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Grundbeleuchtung des Raumes. Die Beleuchtungskörper sind so minimalistisch wie möglich gehalten, um die gegebene Rhythmik in den Mittelpunkt zu stellen. Dafür wurden Downlights verwendet, die sich in den Scheitelpunkten der Gewölbe befinden. Um den Wunsch des Minimalismus zu entsprechen, wurden die Leuchten inklusive der Vorschaltgeräte in Unterputzdosen eingebaut. Dies stellte bei einer 300 Jahre alten Bausubstanz eine bauliche sowie statische Herausforderung dar. Zur Reduzierung der Blendung wurden die Downlights mit sogenannten ,,Darklight‘‘ Blendringen ausgestattet. Sie haben den Effekt, dass die Lichtpunkte nicht sichtbar sind und es zu einer Raumaufhellung ohne offensichtliche Lichtquellen kommt. Somit treten sie auch mit anderen Beleuchtungskomponenten nicht in Konkurrenz. Die Unterstreichung der Rhythmik des Kellergewölbes sowie Aufhellung der Decke wird durch Anbauleuchten erreicht, die an den vier Seiten der Säulen angebracht sind.  

Um der Wichtigkeit der ausgestellten Exponate gerecht zu werden, werden diese gegenüber der nüchternen und flächigen Raumbeleuchtung eher dramatisch in Szene gesetzt. Dies geschieht durch eine Beleuchtung mit zurückhaltenden Miniaturstrahlern die beidseitig die Objekte beleuchten und so die Plastizität hervorbringen. Zudem werden die Exponate mit einer wärmeren Lichtfarbe, als die Grundbeleuchtung ausgeleuchtet, sodass diese als Konsequenz hervorstechen.

Die Nischenrückwände der drei wichtigsten Ausstellungsstücke werden zusätzlich mit einer Effektleuchte erhellt und gewinnen so an Priorität. Bei den großen Objekten wie beispielsweise der Marienstatue, die die Leuchten bei frontalem Anblick verdecken, entsteht so der Effekt, dass das Objekt von sich aus Licht transmittiert.

Die Krypta ist nun in ihrer Lichtsprache aufgeräumt und öffnet sich nach oben. Der Eindruck, sich in einem Kellergewölbe zu befinden, ist nun nicht mehr existent. Die Basilika wird mit ihrer neu gestalteten Krypta um einen besonders attraktiven Raum erweitert, der aber auch interaktiv auf seine Funktion reagieren kann. Durch die eingesetzte Lichtsteuerung können verschiedene in Abstimmung mit dem Nutzer vorgefertigte Lichtszenarien abgerufen werden. Die Bedienelemente befinden sich sowohl in Eingangsnähe als auch in unmittelbarer Nähe des Altars, so dass diese auch während andauernder Feierlichkeiten bedient werden können. 

Innenaufnahmen der Krypta St. Clemens, Hannover

Einen Innenraum für das Studio DL zu fotografieren ist immer wieder etwas besonderes. Zum einen, weil das Studio DL hauptsächlich das Lichtdesign für Urbane Außenanlagen wie z. B. Straßen und Plätze oder für die Außenbeleuchtung für Gebäude entwirft. Zum anderen weil Innenräume andere fotografische Herausforderungen zu bieten. Dazu bin ich in einem Innenraum meist vollständig allein und kann mich vor den Aufnahmen mit der Architektur und den Besonderheiten des Raumes auseinander setzen. Ich nehme den Raum sozusagen in mir auf, begehe ihn vor den Aufnahmen in aller Ruhe, betrachte Details, setze mich auch einmal vor einem interessanten Objekt ein paar Minuten lang hin und lasse die Eindrücke auf mich wirken. Dazu fließen die Gedanken und daraus wiederum entstehen Ideen für die Bilder die ich aufnehme.

Bei diesem Projekt habe ich insgesamt 308 Belichtungen angefertig. Je Aufnahme besteht 6 Belichtungen, die anschließend am Rechner so zusammen gesetzt werden, dass jedes Bild einen möglichst hohen Dynamikumfang aufweist. Diesen Dynamikumfang benötige ich, damit die Nuancen der im Bild befindlichen Tiefen und Lichter möglichst detailgetreu und „Augerealistisch“ herausgearbeitet werden können.