Erstes Projekt mit Adobe Dimension

//Erstes Projekt mit Adobe Dimension

Erstes Projekt mit Adobe Dimension

Seit Oktober 2017 bietet Adobe mit „Dimension“ eine Software für die Erstellung und Bearbeitung von 3D-Modellen als Bild, Animation und Simulation an. Ich habe mir die Software, die sich in der Adobe Cloud befindet, auf den Rechner geladen und an einem konkreten Projekt einmal ausprobiert.

Im Moment gestalte ich für das hildesheimer Unternehmen HELO-Sports GmbH einen Onlineshop für den nordamerikanischen Markt. In diesem Onlineshop soll eine Auswahl der Produkte von Helo Sports angeboten werden. In dem Shop werden hauptsächlich Fußballtore und Zubehör für Tore sowie zur Platzpflege angeboten.

Die zur Verfügung stehenden Fotoaufnahmen der Tore hat jedoch weder die Geschäftsleitung von HELO-Sports noch mich zufrieden gestellt. Da ich jedoch wusste, das jedes Fußballtor bereits als 3D-Modell vorhanden ist habe ich den Vorschlag gemacht, diese Modelle in eine Umgebung einzubetten und die dann entstehenden Renderings als Haupt-Produktbilder in den Shop einzufügen.

Was ist Adobe Dimension? Wer sind die Mitbewerber?

Adobe Dimension soll ein Programm zur Erstellung von fotorealistischen 3D-Bilder sein. Adobe verspricht dabei, dass diese Arbeit endlich einfach wird und wendet sich an Grafiker, die mit ihrer Arbeit sonst im 2D-Bereich unterwegs sind. Also ist diese Software genau das Richtige für das Projekt von HELO-Sports.

Meine 3D-Erfahrungen beziehen sich dabei auf die Software Cinema 4D von Maxon, dass ich zwischen 2001 und 2013 ausgiebig genutzt habe. Doch der hohe Preis für die aktuelle Version hat mich abgeschreckt für dieses eine Projekt wieder Cinema 4D zu nutzen. Also habe ich mich nach einer günstigen oder kostenlosen Alternative umgesehen. Mit Adobe Dimension, dass im Paket der Adobe Cloud enthalten ist, fand ich diese günstige Lösung. Es ist wichtig zu wissen, dass Adobe Dimension noch in den Kinderschuhen steckt und sicherlich nicht mit einer Software wie Cinema 4D zu vergleichen ist. Die Ursprünge von C4D reichen in das Jahr 1989 zurück als der Vorgänger FastRay entwickelt wurde. Natürlich ist es auch für Adobe sehr schwer innerhalb kurzer Zeit etwas auf die Beine zu stellen, dass einer Software, die schon fast 30 Jahre stets weiter entwickelt wird, etwas entgegen zu setzen. Doch für meine Anforderungen an das Projekt von HELO-Sports reicht die Software allemal.

Hier ist der Link zu Adobe Dimension
(in der „großen“ Adobe Cloud enthalten)

Hier sind die wichtigsten Mitbewerber für den Bereich 3D-Modeling und 3D-Animation:

Cinema 4D: www.maxon.net
3D StudioMax: www.autodesk.de
(beide kostenpflichtig)

Blender: www.blender.org
(kostenlos da open source)

Das Projekt

HELO-Sports legt von jedem selbstproduzierten Produkt eine 3D-Zeichnung mit einem CAD-Programm an. Diese technischen CAD-Daten dienen der Weiterverarbeitung im Betrieb, z. B. um Serienteile herzustellen. Diese CAD-Zeichnungen können jedoch auch in einem Exportformat exportiert werden und von einer Modelingsoftware eingelesen werden. Diese Eigenschaft habe ich mir zunutze gemacht und die Daten, die mir HELO-Sports geliefert hat, in Adobe Dimensions eingelesen. Dieser Vorgang klappte problemlos und ich hatte eine 3D-Grundlage mit der ich arbeiten konnte.

Ziel war es Bilder anzufertigen, die alle den gleichen Look hatten, die auch als 3D-Rendering zu erkennen sind und die in eine nahezu fotorealistische Szene mit Unter- bzw. Hintergrund eingefügt werden können. Die Bilder werden später als Produktbilder für den Onlineshop verwendet.

Das Handling der Software

Adobe hat es tatsächlich geschafft die Benutzeroberfläche so zu gestalten, dass viele Funktionen auf den ersten Blick intuitiv erkennbar sind. Man kann mit den entsprechenden Werkzeugen sowohl das Objekt verschieben, skalieren und drehen als auch die Kamea in der Szene anders Positionieren. Hierfür stehen weitere Werkzeuge bereit, mit denen man sich erst einmal vertraut machen muss.

Die Positionierung, Drehung oder Skalierung des Objekts, oder der Objekte, kann man sowohl mit dem entsprechenden Werkzeug als auch durch Tastatureingabe unter „Eigenschaften“ machen. Bei komplexen Objekten oder bei mehreren Objekten wird diese eingabe allerdings zunehmend zäh und man weiß nicht immer genau, ob die Software die Eingabe nun angenommen hat. Dies ist wahrscheinlich auf das noch junge Alter des Programms zurück zu führen. Fast alle 1.0 Versionen haben Probleme mit der Performance, wie ich aus meiner Arbeit mit AdobeIndesign hinlänglich weiß. Wenn man sich jedoch auf wenige oder nicht allzu komplizierte Objekte beschränkt, dann funktioniert Dimension recht flüssig und es macht großen Spaß mit der Kamera in der Szene herumzufliegen.

Apropos Kamera… im Gegensatz zu den Objekten kann man die Kamera nicht per nummerischer Eingabe unter den Eigenschaften steuern. Das hat ein Profiprogramm wie C4D Dimension voraus. Man kann seine Kamera lediglich mit der Maus positionieren und anschließend als Kameraposition speichern. Wenn man jetzt wie bei meinem Projekt mehrere Objekte stets am gleichen Standort mit der selben Kameraposition rendern möchte, dann muss man sich eine Strategie einfallen lassen, eine immer gleiche Kameraposition möglich machen zu können. Meine bestand erst einmal darin, das nächste Objekt in die vorhandene Szene hinzuzufügen, nach den nummerischen Werten im den Eigenschaften zu positionieren, die Größen anzupassen, die Datei unter neuem Namen zu speichern und danach das vorhergehende Objekt zu löschen.

Apropos Größe anpassen… Auch hier im Programm wird die Größe eines Objektes nicht in absoluten Werten angezeigt. Wenn ich jetzt also eine Flasche und ein Glas in der Szene positioniere, dann kann ich nur die Größenverhälnisse der beiden Objekte zueinander nach Gefühl anpassen. Ich kann jedoch nicht sagen, dass die Flasche eine Höhe von 22cm und einen Durchmesser von 10cm haben soll und das Glas 10cm hoch und 8cm im Durchmesser sein soll. Das erschwert die Arbeit ein wenig. Alle Objekte haben automatisch den Wert „1“. Ein normales Fußballtor ist ja bekanntlich 7,32m breit nd 2,44m hoch. Im Falle dieses Projektes waren die gelieferten Daten der Tore jedoch wesentlich zu groß. Ich musste also alle Tore zuerst einmal auf den Wert „0,008“ verkleinern, damit sie in der Ansicht mit Boden auch annehmbar positioniert werden konnten.

Jedem Objekt kann man aus einer für den Anfang recht umfangreichen Datenbank ein Material zuweisen. Diese Matrialien reichen von einfachen Farben, über Glas, zu Metallen, Materialien wie Holz, Kunststoff bis hin zu Marmor, Amerikanischem Ulmenholz oder „Bier“. Jedes Material kann man anschließend in seinen Eigenschaften bearbeiten. Hat man ein detaliertes Objekt, wie ich bei meinem HELO-Sports Projekt, indem selbst die Torhaken aus einzelnen Objekten bestehen, dann ist es möglich jedem Objekt ein eigenes Material zuzuordnen

Um die Szene realistisch zu gestalten und abzuschließen kann man ein Hintergrundbild einfügen. Adobe Dimension hat hierfür die Funktion, dass die Szene automatisch and em erkannten Bild ausgerichtet werden kann. Die Leute von Adobe haben es sogar soweit gut gemacht, dass automatisch ein Umgebungslicht erstellt werden kann, das evtl. vorhandenes Sonnenlicht angeglichen wird und dass auch die Kameraperspektive zu den Objekten automatisch erkannt und eingesteltl wird. Bei den von Adobe im Programm mitgelieferten Bildern klappt das auch sehr gut. Mit eigenen Aufnahmen klappte das jedoch nicht immer treffsicher. Diese Funktion ist sehr faszinierend und ich denke, wenn Adobe noch etwas daran arbeitet wird die Funktion mit fortschreiten der Versionsnummern auch immer besser.
Wichtig! Die Bildgröße, die die Ausgabe beim Rendering haben soll, muss schon zu Beginn der Bearbeitung eingegeben werden. Unter „Eigenschaften“ > „Arbeitsfläche“ stellt man die Größe seiner Arbeitsfläche und damit die Größe des finalen Bildes in Pixel ein. Die Ausgabe erfolgt mit 72dpi und ist nicht veränderbar.

Die weiteren Möglichkeiten des Programms wie das Modeling habe ich noch nicht ausprobiert, weil sie nicht zum Umfang des Projektes gehörten.

Rendering und finale Bearbeitung

Beim Rendering gibt es drei Qualitäten die man einstellen kann: Niederig (schnell), Mittel und Hoch (langsam). Alle drei Qualitäten geben die fertigen Bilder mit 72 dpi raus und ich kann nur vermuten, dass sich die verschiedenen Qualitäten in den zu berechnenden Details unterscheiden. Ein Rendering dauert bei einem Bild mit 1920×1280 px zwischen 2 Minuten und über 4 Stunden, je nach Deatilreichtum dem verwendeten Material und der eingestellten Qualität.

Den Dateinamen und den Pfad gibt man in der rechten Seitenleiste ein, anschließend kann man noch wählen ob man ein Photoshop-Dokument mit 16 bit bzw. 32 bit oder ein PNG erstellen will.

Wenn man das PSD-Format gewählt hat, dann kann man die Datei in Photoshop öffnen und man erhält alle Elemente in Einzelebenen aufgeteilt. Für die weitere Nachbearbeitung ist das ein erheblicher Vorteil.

Fazit

Mit Dimension ist Adobe ein für Grafiker der Beginn für ein einfaches und leicht verständliches 3D-Programm gelungen. Als Grafiker will man oft keine komplizierten 3D-Modelle bauen doch man hat, wie in meinem Fall, Kunden, die solche Modelle liefern und die in eine Szene eingefügt werden sollen. Genau hierfür ist Adobe Dimension ein gutes Programm mit dem man diese Aufgaben leicht und ohne Vorwissen bewerkstelligen kann.

Ob der fotorealistische Anspruch auch wirklich in die Tat umgesetzt werden kann, ist für mich nicht beurteilbar. Für meine Anforderungen und die meines Kunden war das Ergebnis zufriedenstellend und wir werden die erstellten Bilder wie geplant in den Onlineshop einfügen. Für andere Szenen und Renderings fehlt mir leider die Zeit.

Die vorliegende 1.1 Version der Software läuft recht stabil. Ich habe hier auf meinem Mac nur einmal ein einfrieren der Software erlebt. Einen spontanen Absturz gab es gar nicht. Dafür wurde die Software mit steigender Anzahl der Objekte sehr zäh und es dauerte manchmal mehrere Minuten bis sich nach einer Eingabe oder einer Mausaktion auf dem Bildschirm etwas bewegte. Aber ich denke, dass diese Kinderkrankheiten mit den nächsten Versionen, sofern Adobe die Software auch wirklich weiter entwickeln wird, beseitigt werden.

Also… Dimension ist für den Grafiker ein gutes, einfaches und auch in dieser Version zuverlässiges Programm um einfache 3D-Szenen mit vorher erstellten 3D-Modellen zu erstellen. Wer die Adobe Cloud abboniert hat, und mal schnell etwas in 3D erstellen möchte, sollte sich diese Software einmal näher ansehen.

2018-09-29T09:40:35+00:00